Auf den Spuren der Gallier, Römer und Benediktiner

Die keltische Epoche, die in der Großregion etwa 5oo Jahre (von 500 v. Chr. bis 25 v. Chr.) dauerte, hat Wirtschaft , Kultur und Menschen entscheidend geprägt.
Grundlage für die wirtschaftliche Bedeutung waren die reichen Eisenerzvorkommen der Region, in deren Verhüttung und Verarbeitung die Kelten wahre Meister waren.
Darüberhinaus haben die Kelten vor 2500 Jahren mehr oder weniger alles vorweggenommen, was das Leben bis ins 20. Jahrhundert geprägt hat.
Das Alltagsleben wurde bestimmt durch das, was die Natur gab:
aus Holz und Lehm wurden die Häuser gebaut, aus Ton das Geschirr hergestellt. Aus Schafwolle entstanden wunderbar farbenfrohe Kleider, aus Eisen wurden Werkzeuge und Waffen geschmiedet.
Politisch im wahrsten Sinne des Wortes interessant war das Verhältnis zwischen den beiden Oppida Titelberg in Luxemburg und Hunnenring im Saarland im letzten Jahrhundert v. Chr.
 
Die römische Epoche, die ebenfalls etwa 500 Jahre dauerte ( von 25 v. Chr. bis 496 n. Chr.) hat der Großregion ein wieder anderes Bild gegeben.
Wichtig waren gut passierbare Straßen und funktionierende Militärlager, aber auch ein ausgeprägter Handel, die Verbreitung von Luxusgütern, wobei insbesondere der Wein eine große Rolle spielte.
Neben zahlreichen über das ganze Land verstreuten Villen waren Dalheim in Luxemburg und der Wareswald bei Tholey, die sogar hinsichtlich ihres "Gründers " (Ricciusvarus)  Nähe aufzeigen, besonders wichtige Ansiedlungen. Noch wichtiger war jedoch Trier, dessen rasanter Aufstieg nach 70 v. Chr. begann und mit der Ernennung zu Kaiserstadt ihren Höhepunkt fand.
 
Die fränkische Epoche (oder die erste Hälfte des Mittelalters) die sich daran anschloß und ebenfalls etwa 500 Jahre dauerte (von 496 bis 962 n.Chr.) war eine Epoche, in der Religion wie auch das Bewußtsein für die Bedeutung von Bildung eine große Rolle spielten.
Bedeutend für die Großregion sind die Klöster Tholey (Saarland) und natürlich Echternach, das heute wegen seiner Springprozession und ihrer Ernennung zum Weltkulturerbe Weltberühmtheit erlangt hat.   Bedeutende religiöse Gestalten sind der hl. Wendelin im St. Wendeler Land und der hl. Willibrord, die beide ihre Ausbildung an  irischen Klosteruniversitäten erfahren hatten.
Eine große Rolle  spielten neben den Mönchen der irisch-schottischen Missionierungswellen vor allem die Benediktiner, die das Bild des Mönchtums in dieser Epoche wesentlich bestimmten und einen entscheidenden Beitrag bei der Herausbildung einer christlich geprägten Gesellschaft leisteten.
 
Der Höhepunkt der Epoche ist in Karl dem Großen zu sehen, der nach Meinung eines früheren Bundespräsidenten eine Sprache, die dem Luxemburgischen sehr ähnelte,  gesprochen hat und dessen oberstes politisches Ziel die Bildung war, mit der er das sogenannte Christliche Abendland vorbereitete. 
 
(Text:Manfred Peter)

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